Einmal in einem Oldtimer über die Route 66: Warum ein Mietwagen auch sehr romantisch sein kann

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Einmal in einem Oldtimer über die Route 66: Warum ein Mietwagen auch sehr romantisch sein kann

Einmal in einem alten amerikanischen Heckflossen V8 oder auf einer alten Harley quer durch die USA – das ist wahrscheinlich der ultimative Traum vieler Liebhaber klassischer Heckflossenschiffe. Es gehört ja auch nicht viel Phantasie dazu. Das die Realität eines solchen Roadtrips natürlich genau gar nichts mit Romantik zu tun hat, sondern vor allem eine ordentliche Portion Leere in Mitten der Gehirnregion notwendig ist, sollen diese Geschichten erzählen. Ich habe in 2015 auszugsweise auf Facebook über diesen Roadtrip berichtet, bin jedoch mangels Zeit nie dazu gekommen, die Geschichte in vollen Umfang zu erzählen. Nach dem grandiosen Erfolg von ROADKILL (zu deren Fans ich mich auch zähle), habe ich mich entschieden diese Geschichten zu vollenden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

FRED! – mein 1961er Cadillac Fleetwood Sixty Special

Dies ist die Geschichte von FRED! – meinem 1961er Cadillac Fleetwood Sixty Special und seiner Reise von Grand Rapids in Michigan nach Stuttgart in Deutschland. So viel schon mal vorweg: Jeder der euch erzählt einen Oldtimer in den USA zu kaufen, selbst in den USA anzumelden und anschließend 3.500 km quer durch die USA zu fahren sei „überhaupt kein Problem“ – ist ein komplett planloser Volltrottel.

Die ungefähr furchtbarste Familienschüssel der Welt

Mein Trip begann in Stuttgart am Hauptbahnhof: ICE nach Frankfurt, Flug nach Amsterdam und dann Flug nach Chicago. FRED! stand schließlich bei einem zwielichten Gebrauchtwagenhändler in Grand Rapids in Michigan. Grand Rapids – das ist in etwa knappe 300 km von Flughafen in Chicago entfernt. Kein Problem zu fahren, wenn man schon 17 Stunden Reise hinter sich hat. Am Flughafen in Chicago in Chicago angekommen, bin ich dann sofort – wieder einmal – auf dem ältesten aller Tricks hereingefallen: mein reservierter Mietwagen war ein Ford Taurus. Ein Ford Taurus ist so ungefähr die furchtbarste Familienschüssel mit 4 Türen die FORD je gebaut hat. Mir fällt einfach kein wirklicher Grund ein, warum man einen FORD Taurus kaufen sollte. Ich glaube fest bis heute, dass die Vorstände von FORD nur einen Ziel hatten: Mietwagengesellschaften ein einfaches Zusatzgeschäft zu bieten. Du siehst die Karre und lässt dir umgehend ein Upgrade bei der Mietwagengesellschaft raus. Verlassen habe ich den Flughafen also konsequenterweise in einem weißen 2014er Dodge Challenger.

Völlig übermüdet in Grand Rapids angekommen, musste der entstandene wirtschaftliche Schaden, den der Charger in meiner Reisekasse verursacht hat, umgehend eingedämmt werden. Es ist ja nur für eine Nacht. Das örtliche Ramada Inn ist so ungefähr der FORD Taurus der Hotels. Wer immer meint dort einmal nächtigen zu müssen – tut euch einen Gefallen und macht es wie die örtlichen Damen des horizontalen Gewerbes – bleibt (wenn) nur ein paar Stunden.

The Standard of the World – Cadillac

Der nächste Tag war der große Tag, was nicht bedeutet, dass es weniger chaotisch und spannend zuging. FRED! stand bei einem örtlichen Händler, der Jörg und Dragan von RTL’s „Die Autohändler“ in nichts nachstand. Weder in Auftreten noch in Dummheit. ABER – Er stand endlich vor mir: Ein 1961er Cadillac Fleetwood Sixty Special mit dokumentierten 38.000 Meilen und – als nette Zugabe: einem enormen Wartungstau – was mir während der gesamten Reise immer wieder Herausforderung bereiten sollte. Ich bekomme heute noch jede Menge Newsletter von allen möglichen diversen Autoteile-Ketten, bei denen ich in meiner Not goldene Kundenkarten beantragt hatte.

Nach erfolgter Probefahrt, bei der wir uns schier in die Botanik verabschiedet hätten (während der amerikanische Dragan noch WÄHREND des Abflugs die Werthaltigkeit der Marke Cadillac herunterbetete) – wurde der Deal besiegelt. Sehr zu meinen Gunsten, denn die Botanik-Nummer ließ sich ja nun schlecht leugnen. Damit konnte das Abenteuer ja nun beginnen. Fast.

Mexikanische KFZ-Versicherungen

Denn auch in den USA müssen Kraftfahrzeuge zugelassen und versichert werden. Dieses Problem sollte mir während meiner Reise noch viel Kopfzerbrechen bereiten. Denn vorerst bekam FRED! eine 14-Tage Überführungszulassung durch den Händler. Die zusätzlich notwendige KFZ-Versicherung, erstand ich auf der anderen Straßenseite von einer (glaube ich) mexikanischen Versicherungsgesellschaft. Das spannende an der Versicherung war, dass ich Sie praktisch ohne Personalien und Ausweisdokumente abschließen konnte. Von meinem Namen einmal abgesehen. Aber der Stand ja bequemer Weise direkt auf meiner Kreditkarte. Das war auch das Einzigste was es wirklich brauchte. Nun ging es los!

Stay tuned!
Jeden Sonntag gibt die nächste Geschichte.

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